Geschichte bewahren, Heimat gestalten – Denkmalpreis 2025 des Bezirks Oberfranken
Alte Häuser erzählen Geschichten – von Handwerk, regionaler Baukultur und den Menschen, die sie über Generationen geprägt haben. Damit diese Geschichten nicht verloren gehen, braucht es Eigentümerinnen und Eigentümer, die Verantwortung übernehmen, historische Gebäude mit viel Einsatz sanieren und ihnen neues Leben schenken. Genau dieses Engagement würdigt der Bezirk Oberfranken jedes Jahr mit seinem Denkmalpreis.
Auszeichnung für gelebte Denkmalpflege
Im Rahmen eines feierlichen Ehrungsabends auf Schloss Thurnau wurden nun die Denkmalpreise für das Jahr 2025 verliehen. Ausgezeichnet wurden neun Projekte aus ganz Oberfranken. Der Preis ist mit jeweils 5.000 Euro dotiert und richtet sich bewusst an Privatpersonen, die historische Gebäude denkmalgerecht erhalten und damit einen wichtigen Beitrag zum Erhalt regionaler Baukultur leisten.
„Das gute Vorbild würdigen“
So beschreibt der Bezirk selbst die Idee hinter der Auszeichnung. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur die fertigen Bauprojekte, sondern vor allem die Haltung dahinter: der bewusste Umgang mit historischer Substanz und die Entscheidung, Bestehendes zu erhalten statt abzureißen.
Bezirkstagspräsident Henry Schramm würdigte die Eigentümerinnen und Eigentümer deshalb ausdrücklich für ihren Einsatz: Sie hätten „einfühlsam die gebaute Geschichte bewahrt, sie mit neuem Leben gefüllt und damit einen wichtigen Beitrag für unsere oberfränkische Heimat geleistet.“
Mit Fingerspitzengefühl saniert
Wie unterschiedlich Denkmalpflege aussehen kann, zeigen die ausgezeichneten Projekte eindrucksvoll. Prämiert wurden unter anderem Wohnhäuser, ehemalige Gasthäuser, ein Gemeindehaus und historische Hofanlagen.
In Bamberg wurde ein lange leerstehendes Wohn- und Geschäftshaus aus dem Jahr 1710 ausgezeichnet, dessen historische Substanz mit viel Liebe zum Detail erhalten wurde. In Hallstadt erhielt ein ehemaliges Ackerbürgerhaus aus der Zeit um 1600 durch eine behutsame Sanierung eine neue Zukunft. Im Landkreis Coburg überzeugte die Restaurierung eines Jugendstil-Gutshofs mit erhaltener Originalausstattung und zahlreichen architektonischen Besonderheiten.
Auch kleinere Maßnahmen zeigten große Wirkung. So wurde im Landkreis Lichtenfels eine Fassadensanierung ausgezeichnet, die das historische Erscheinungsbild eines Gebäudes sichtbar aufwertete. Im Landkreis Wunsiedel wiederum stand die gelungene Modernisierung einer historischen Scheune im Mittelpunkt – inklusive denkmalgerecht integrierter Photovoltaikanlage.
Geschichte verstehen statt herausreißen
Viele der ausgezeichneten Gebäude befanden sich vor der Sanierung in einem schwierigen Zustand. Umso bemerkenswerter ist der Einsatz der Eigentümer, die häufig nicht nur erhebliche finanzielle Mittel investierten, sondern auch selbst mit anpackten.
Bezirksheimatpfleger Prof. Dr. Günter Dippold brachte diesen Ansatz bei der Preisverleihung auf den Punkt: „Man spürt schon an der Herangehensweise, ob jemand wirklich ein Interesse am Charakter eines Denkmals hat.“ Wer sich auf ein historisches Gebäude einlasse, müsse zunächst genau hinschauen – und nicht „blindwütig herausreißen“.
Baukultur als Teil oberfränkischer Identität
Die ausgezeichneten Projekte verteilen sich über nahezu ganz Oberfranken – von Bamberg bis Hof, von Kronach bis Wunsiedel. Sie zeigen, wie wichtig historische Gebäude für das Gesicht vieler Orte und für das regionale Heimatgefühl sind.
Der Denkmalpreis macht damit deutlich: Denkmalpflege bedeutet weit mehr als reine Bestandserhaltung. Sie verbindet Geschichte mit Gegenwart und sorgt dafür, dass alte Gebäude auch in Zukunft Teil des oberfränkischen Lebens bleiben.
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