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Grüner Kosmos – die LBV-Ökostation Helmbrechts stellt sich vor

03.03.2026

Seit über 30 Jahren ist die LBV-Ökostation Helmbrechts im Hofer Landkreis ein beliebtes Ziel für Schulklassen, Wandergruppen und alle Naturbegeisterten. Direkt am Stadtrand gelegen, verbirgt sich hier ein 13 Hektar großes Gelände, welches zahlreichen Tier- und Pflanzenarten eine Heimat bietet. Mit dem nachhaltig gebauten sechseckigen Gebäude ist die Station zum echten Wahrzeichen der Stadt Helmbrechts geworden.

Natur mit Geschichte – die LBV-Ökostation Helmbrechts

Die staatlich anerkannte Ökostation Helmbrechts wird betrieben vom Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern (LBV) – dem ältesten Naturschutzverband des Freistaats. Seit 1909 setzt sich der Verein für den Schutz heimischer Lebensräume ein und verbindet dabei Weitblick mit lokalem Engagement. Getreu dem Sprichwort „Think global, act local“ ist der LBV in ganz Bayern mit Umweltstationen und Kreisgruppen vertreten.

Die Ökostation Helmbrechts – gemeinsam mit der LBV-Kreisgruppe Hof – blickt dabei auf über 30 Jahre engagierte Arbeit zurück. Während sich die Kreisgruppe aktiv für den Erhalt wertvoller Naturräume im Landkreis einsetzt, versteht sich die Ökostation als lebendiger Lern- und Begegnungsort: ein Platz, an dem Artenvielfalt nicht nur geschützt, sondern erlebbar gemacht wird – und Umweltbildung ganz konkret beginnt. Stationsleiterin Andrea Tröße und Umweltpädagogin Birgit Schreier sind seit Anfang 2022 die treibenden Kräfte hinter der Umweltstation.

Lernen mit allen Sinnen – Umweltbildung zum Anfassen

Im Mittelpunkt der Ökostation steht die Umweltbildung im Sinne der „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE). Das Angebot reicht von heimischen Lebensräumen und Arten über Klima und Wasser bis hin zu bewusster Ernährung im eigenen Mitmachgarten. Dabei orientieren sich die Programme auch an den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung und machen globale Zusammenhänge vor Ort greifbar. Dieses Engagement wurde zudem mit dem Gütesiegel des Qualitätsnetzwerkes BNE in Bayern ausgezeichnet.

Die Themenpalette ist breit gefächert: Lebensräume wie Wasser, Totholz, Wiese und Hecke stehen ebenso auf dem Programm wie Klima, Energie, Ernährung und Konsum. Im Sinne der BNE werden ökologische, soziale und ökonomische Zusammenhänge altersgerecht vermittelt. Gleichzeitig steht das eigenständige Lernen der Teilnehmenden im Mittelpunkt – durch Beobachten, Ausprobieren und gemeinsames Reflektieren.

Umweltpädagogin Birgit Schreier gestaltet die Programme mit viel Fachwissen und Herzblut. Statt trockener Theorie erleben Kinder, Jugendliche und Erwachsene Natur direkt auf dem Gelände – von der artenreichen Feuchtwiese bis zum lebhaften Tümpel. Auf der Spielwiese am Gebäude wird gemeinsam entdeckt, geforscht und gelernt, wie wertvoll und schützenswert unsere Umwelt ist. Das gemeinsame Gruppenerlebnis stärkt dabei nicht nur das Wissen, sondern auch Teamgeist und Handlungskompetenz.

Wasser für alle – unsere Lebensgrundlage im Fokus

Mit dem Projekt „TrinkBar – sauberes Trinkwasser auch in Krisensituationen“ bringt die Ökostation das Thema Wasser direkt an die Schulen der Region. Kinder und Jugendliche lernen, wie der Wasserkreislauf funktioniert, wie Trinkwasser aufbereitet wird – und warum ein bewusster Umgang damit unverzichtbar ist. „Wir möchten jungen Menschen vermitteln, wie kostbar sauberes Trinkwasser ist und wie eng alles miteinander verknüpft ist – vom Regen bis zum Wasserhahn“, betont Leiterin Andrea Tröße.

Dass Wasser im Mittelpunkt steht, ist naheliegend: Mit Tümpeln, Feuchtwiesen und weiteren wassergeprägten Lebensräumen, von Bach bis Teich, ist es das prägende Element der Ökostation – und damit eines ihrer zentralen Themen.

Landschaftspfleger auf vier Beinen

Auch in der Landschaftspflege setzt die Ökostation auf naturnahe Konzepte. Demnächst kommen auf ausgewählten Bereichen der Biotopfläche Wasserbüffel zum Einsatz. Durch ihr Gewicht und ihr Fressverhalten schaffen sie offene, strukturreiche Flächen, verhindern die Verbuschung und fördern so eine hohe Artenvielfalt – insbesondere in feuchten Bereichen. Ihre Trittspuren bilden kleine Mulden, in denen sich Wasser sammelt und neue Lebensräume für Insekten und Amphibien entstehen.

Auf der Streuobstwiese werden Schafe und Ziegen für eine schonende Beweidung sorgen. Sie halten das Gras kurz und fördern so lichtliebende Pflanzenarten. Gleichzeitig entsteht ein lebendiges Mosaik aus unterschiedlichen Lebensräumen – beste Voraussetzungen für eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt.

Ein Ort, der mehr ist als eine Umweltstation

Die Ökostation Helmbrechts lädt nicht nur zum Lernen, sondern auch zum Verweilen ein. Jedes Jahr stellt das Team zusammen mit der Kreisgruppe Hof ein neues Jahresprogramm auf, bei dem Veranstaltungen von Vorträgen über Workshops bis zu Exkursionen in die Natur angeboten werden. Das Gebäude mit seiner großzügigen Außenfläche kann zudem für Veranstaltungen verschiedenster Art gemietet werden – von Seminaren bis hin zu Hochzeiten, die hier inmitten der Natur einen ganz besonderen Rahmen finden.

Ein echtes Highlight ist die Unterwasserstation, die in dieser Form im Umkreis einzigartig ist. Sie ermöglicht faszinierende Einblicke in das Leben unter der Wasseroberfläche und macht Gewässerökologie unmittelbar erfahrbar.

Und auch außerhalb von Programmen lohnt sich ein Besuch: Der beliebte Eisvogelwanderweg führt direkt über das Gelände, das jederzeit frei zugänglich ist. Wer hier unterwegs ist, entdeckt stille Biotope, vielfältige Lebensräume – und mit etwas Glück sogar den namensgebenden Eisvogel.

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Weitere Informationen

LBV-Ökostation Helmbrechts
Ottengrüner Str. 100
95233 Helmbrechts


hof.lbv.de

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