Die Themen – Teil 2: Unternehmerinnen und Unternehmer, die mehr bewegen als ihr eigenes Unternehmen
Fragen, die unsere Wirtschaft bewegen
Was braucht ein Unternehmen, um erfolgreich zu sein? Gute Ideen, engagierte Mitarbeitende, Kunden – und vor allem Lust darauf, etwas zu unternehmen. Eigentlich ganz einfach. Wären da nicht steigende Kosten, Bürokratie und die Suche nach Fachkräften.
Im zweiten Teil unserer Reihe zur IHK-Wahl 2027 sprechen wir mit dem Hauptgeschäftsführer der IHK für Oberfranken Bayreuth, Wolfram Brehm, darüber, welche Themen Oberfrankens Wirtschaft in den kommenden Jahren besonders beschäftigen werden – und warum die Erfahrung aus den Betrieben dabei so wichtig ist.
Drei Themen, die bleiben werden
Als wir Wolfram Brehm nach den drei großen Herausforderungen der kommenden Jahre fragen, muss er nicht lange überlegen: Kosten, Bürokratie und Fachkräfte.
Hohe Energie- und Arbeitskosten belasten die Unternehmen. Dazu kommt die Bürokratie. Sie habe, so Brehm, mittlerweile ein Ausmaß erreicht, bei dem sie nicht mehr nur lästig sei, sondern Innovationen und Entwicklungen hemme. Denn wer sich mit einer schwierigen Marktlage, steigenden Kosten und immer neuen Vorgaben gleichzeitig beschäftigen muss, verliert irgendwann genau das, was Unternehmertum ausmacht.
Brehm bringt es mit einem Augenzwinkern auf den Punkt: „Du musst ja im Prinzip als Unternehmer Lust haben, was zu unternehmen – sonst bist du der Unterlasser.“
Dann sind da noch die Fachkräfte. Der Mangel werde durch die derzeit schwierige Wirtschaftslage teilweise verdeckt. Brehm ist überzeugt: Sobald die Konjunktur wieder anzieht, zeigt sich, wie viele Menschen tatsächlich fehlen. In Gastronomie, Einzelhandel und anderen Branchen ist das Problem längst angekommen.
Die IHK baut auf Bildung – ganz wörtlich
Fachkräfte fallen allerdings nicht vom Himmel. Ausbildung und lebenslanges Lernen werden deshalb zu einem entscheidenden Standortfaktor. Wie ernst die IHK dieses Thema nimmt, lässt sich derzeit in Bayreuth sogar in Beton und Holz beobachten: Rund ein Jahr nach Baubeginn wurde dort Richtfest für den neuen IHK-Campus Bayreuth gefeiert.
An der Stelle des früheren Bildungszentrums entsteht das aktuell größte Bauprojekt der IHK für Oberfranken Bayreuth. Rund zwölf Millionen Euro werden in einen nachhaltigen und multifunktionalen Ort für die Aus- und Weiterbildung, Begegnung und Austausch investiert. Die Fertigstellung ist für das erste Quartal 2027 geplant.
„Mit dem IHK-Campus Bayreuth investieren wir in die Zukunft Oberfrankens“, betont IHK-Präsident Dr. Michael Waasner. Damit setzt die IHK für Oberfranken Bayreuth ein starkes Signal für die berufliche Bildung, für lebenslanges Lernen und den Wirtschaftsstandort Oberfranken. Für Waasner ist Weiterbildung längst kein Zusatzangebot mehr, sondern ein wichtiger Standortfaktor. Oder anders gesagt: Wer morgen genügend qualifizierte Menschen in den Unternehmen braucht, muss heute in ihre Aus- und Weiterbildung investieren.
Wie viel dahintersteckt, zeigen auch die Zahlen: Als hoheitliche Aufgabe betreut die IHK aktuell rund 9.000 Ausbildungsverhältnisse in der Region, und jedes Jahr über 5.000 Prüfungsteilnehmer. Rund 2.700 ehrenamtliche Prüferinnen und Prüfer sorgen derzeit dafür, dass berufliche Bildung praxisnah bleibt.
Manchmal reicht schon die richtige Anlaufstelle
Dabei unterstützt die IHK Unternehmen nicht erst, wenn es um die großen wirtschaftspolitischen Fragen geht. Manchmal ist die Herausforderung sehr konkret: Wie finde ich eine Nachfolge? Welche Förderung kommt infrage? Was muss ich beim Export beachten? Wo bekomme ich erste Informationen zu Rechts- oder Steuerfragen?
Das Leistungsspektrum der IHK ist entsprechend breit. „Je nachdem, in welcher Situation sich das Unternehmen befindet, ist auch die Priorität unterschiedlich“, erklärt Brehm.
Von Existenzgründung und Unternehmensnachfolge über Aus- und Weiterbildung bis zu Digitalisierung, Außenwirtschaft oder Förderprogrammen reicht das Angebot. Vieles davon, bemerkt Brehm, sei den rund 54.000 Mitgliedsunternehmen gar nicht bewusst. Dabei können gerade kleinere Betriebe davon profitieren, für viele Fragen einen ersten Ansprechpartner zu haben.
Auch Zahlen und Fakten über den eigenen Standort können dabei wertvoll sein: Mit dem Oberfränkischen Wirtschaftsatlas bietet die IHK für Oberfranken Bayreuth gemeinsam mit der IHK zu Coburg und der Handwerkskammer für Oberfranken einen umfassenden Überblick zu den wirtschaftlichen Verhältnissen in der Region.
Aus vielen Problemen wird eine gemeinsame Position
Und was kann die IHK bei Kosten, Bürokratie oder Fachkräftemangel bewirken? Nicht jede Stromrechnung wird kleiner und kein Formular verschwindet über Nacht. Aber die IHK kann Erfahrungen aus den Betrieben bündeln und gegenüber Politik und Verwaltung mit einer Stimme vertreten.
In Fachausschüssen bringen Praktikerinnen und Praktiker aus Unternehmen ihr Wissen etwa zu Fachkräften, Steuern, Handel, Tourismus oder Außenwirtschaft ein. So können aus Erfahrungen konkrete Positionen und Forderungen werden, die die IHK als Interessenvertretung in den kommunalen Rathäusern und bis nach Brüssel vertritt.
Und damit sind wir bei einem Gedanken, der uns bei LebensArt² in dieser Reihe besonders wichtig ist: Über Oberfrankens wirtschaftliche Zukunft wird ohnehin gesprochen. Die spannende Frage ist, wer dabei mit am Tisch sitzt. Wer mitentscheiden möchte, welche Unternehmerinnen und Unternehmer dort ihre Erfahrungen und Perspektiven einbringen, hat bei der IHK-Wahl 2027 die Gelegenheit dazu. Denn Mitgestaltung beginnt nicht erst im Gremium – sondern schon mit der eigenen Stimme.
Im dritten Teil unserer Reihe: Was kann eine einzelne Stimme bei der IHK-Wahl tatsächlich bewirken? Und warum bedeutet Wählen nicht nur Mitbestimmung, sondern auch Wertschätzung für diejenigen, die sich ehrenamtlich engagieren?
Dieses Video wird über YouTube bereitgestellt.
Um das Video anzusehen, müssen Sie den Inhalt zunächst freigeben. Dabei kann es zu einer Datenübertragung an YouTube zur technischen Bereitstellung des Dienstes kommen..
Zum Schutz vor Spam nutzen wir Google reCAPTCHA.
Um den Instagram-Feed unseres Partners zu laden, klicke bitte auf folgenden Button. Dabei kann es zu einer Datenübertragung an Google zur technischen Bereitstellung des Dienstes kommen.
Industrie- und Handelskammer für Oberfranken Bayreuth
Bahnhofstraße 25
95444 Bayreuth
Tel.: 0921 886-0