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40 Jahre Arbeit am Denkmal - Steingraeber erhält den Denkmalpreis des Bezirks Oberfranken

Es geht um sechs historische Gebäudekomplexe im Stadtzentrum von Bayreuth, das Steingraeber-Areal. Es erstreckt sich östlich und westlich der Stadtmauer von der Friedrichstraße über die Steingraeberpassage zur Dammallee und dem Dammwäldchen – dieses Areal zu erhalten, ist durchaus eine Herausforderung, auch wenn eine alteingesessene Firma wie die Klaviermanufaktur Steingraeber & Söhne dahintersteht. Die Bayreuther Stadtmauer durchschneidet das Gelände über eine Länge von 105 Metern; in der Mitte davon befinden sich die Reste des mittelalterlichen Teufelsturms, auf dessen Grundriss sich heute ein beschauliches Gärtchen versteckt. 

 

Östlich der Stadtmauer gibt es sogar einen Bereich aus dem Mittelalter einschließlich Wehrgang; in der Hauptsache handelt es sich dort um Rokokobauten, die das Palais des Markgräflichen Cameriers v. Liebhardt bilden. Dieses errichtete 1754 Hofbaumeister Josef St. Pierre als sein letztes Werk; nach dessen Tod führte der blutjunge Philipp von Gontard 1755 den Bau zu Ende. Als erster Minister erhielt v. Liebhardt Stuckplastiken, die vom Schlossbau für den Rokokosaal übriggeblieben waren. Hofstuckateur Pedrozzi gestaltete daneben den wertvollen „Kronos-Salon“ mit den vier Jahreszeiten – all das ist der Öffentlichkeit seit dem Einzug der Steingraebers im Jahre 1871 zugänglich. Südlich der Stadtmauer erkennt man den ehemaligen Palais-Garten und gegenüber dominiert die Gründerzeitfassade der Klaviermanufaktur aus dem Baujahr 1894 das Dammwäldchen.

 

Detaillierter Sanierungsplan des gesamten Geländes von 1980 bis 2021 Zug um Zug umgesetzt

„In zweiundvierzig Jahren hatten wir nur zwei Jahre Ruhe vom ständigen Bauen…“ sagt Udo Schmidt-Steingraeber der froh ist, vor der Übergabe der Firma an seine beiden Kinder Alban und Fanny im Jahr 2023 mit allen großen Arbeiten „durch“ zu sein. Alle Baumaßnahmen standen dabei unter dem Vorzeichen, das Gelände und die Gebäude öffentlich zu machen. So begann schon 1981 die Zusammenarbeit mit dem IWALEWA Haus, dessen Konzertserie im Rokokosaal und in der Fabrik begann. Die Studiobühne startete 1982 das Steingraeber-Hoftheater, das Jazzforum zog ab 1984 mit seinem Programm ein und Prof. Helmut Bieler gründete im Namen der Universität Bayreuth 1987 das Festival Zeit für neue Musik. All diese Kooperationen bestehen bis heute und werden nach wie vor erweitert, so z.B. mit der Eröffnung des modernen Kammermusiksaals im Jahre 2008, des Steingraeber Klaviermuseums 2020 und der permanenten Ausstellung historischer Liszt-Photographien 2021.

 

2021 wurde auch die Sanierung der Westfassade, die teilweise aus der Stadtmauer besteht, abgeschlossen.

 

Ende 2021 würdigte der Bezirk Oberfranken auf Vorschlag von Dr. Stefan Specht dieses langjährige Engagement für die Bayreuther Bürgerinnen und Bürger, viele tausend Festspielbesucherinnen und Festspielbesucher und auch Festspielkünstlerinnen und Künstler die Steingraeber als ausgelagerte Probebühne betrachten.

Über Steingraeber | Bayreuth

Die Klaviermanufaktur Steingraeber fertigt seit 1852 Pianos und Flügel in der Festspielstadt Bayreuth. In Handarbeit schaffen derzeit 35 Mitarbeiter des Familienunternehmens täglich Spitzenqualität. Von hier gehen beständig Impulse für die Weiterentwicklung im Bau von Spitzeninstrumenten aus. Steingraeber-Klaviere werden von bedeutenden Künstlerinnen und Künstlern und weltweit in den namhaftesten Konzerthallen und Musikhochschulen gespielt. Udo Schmidt-Steingraeber führt das Unternehmen seit 1980 in 6. Generation und leitet mit seiner Frau Delia Schmidt-Steingraeber derzeit den Übergang ein, gemeinsam mit ihren Kindern Alban und Fanny.

Steingraeber & Söhne, Steingraeberpassage 1, 95444 Bayreuth, Deutschland
Tel.: + 49 (0)921 64049


https://www.steingraeber.de