Gold – wenn der Nachteil zum Vorteil wird

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Geldschwemme an den Anleihemärkten ausgelöst. Selbst US-Staatspapiere steuern auf negative Renditen zu. Das zinslose Gold wird für Großinvestoren eine immer lukrativere Anlage-Alternative.

Der Goldpreis steht 2020 möglicherweise vor seinem besten Jahr seit langem. Der Preis des Edelmetalls notiert aktuell bei 1.719 US-Dollar, womit er in diesem Jahr bereits um mehr als 200 Dollar (13 %) zugelegt hat. Der Grund für die Stärke ist schnell gefunden – das Coronavirus SARS-CoV-2 hat die Welt in den vergangenen Monaten erheblich verändert.

Der wirtschaftliche Schaden ist enorm. Zahlreiche Länder hatten ihre wirtschaftlichen Aktivitäten im März komplett heruntergefahren. Schaut man sich lediglich die beiden größten Volkswirtschaften der Welt an, dann wird schnell klar, wie schwer die Weltwirtschaft von der Corona-Pandemie getroffen wurde. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Chinas schrumpfte im ersten Quartal um 6,8 Prozent. In den USA sank das BIP im ersten Quartal auf Jahressicht um 5,0 Prozent.

Die Regierungen legten milliarden- und sogar billionenschwere Hilfspakete auf, um die einbrechenden Volkswirtschaften zu stützen. Das Kapital für die Hilfspakete beschaffen sich die Regierungen in der Regel über die Ausgabe von Staatsanleihen über den Kapitalmarkt. Doch dieser war dem schlagartig enormen Liquiditätsbedarf nicht gewachsen, weshalb die Notenbanken neue Anleihekaufprogramme auflegen mussten.

Historisches Tief der US-Zinsen

Die Fed pumpte in den vergangenen zwölf Wochen mehr Kapital in den Markt, als während der Finanzkrise und gut fünf Jahre danach zusammen. Nebenbei senkte die Fed die Leitzinsen innerhalb weniger Tage um 1,5 Prozentpunkte auf eine Spanne von 0 bis 0,25 Prozent, womit die US-Zinsen seither auf einem historischen Tief notieren.

Die Europäische Zentralbank (EZB) flutete den Anleihemarkt ebenfalls mit frischer Liquidität. Sowohl Fed als auch EZB haben bereits signalisiert, bei Bedarf weiteres Kapital bereitzustellen. Die digitalen Notenpressen werden weiter auf Hochtouren laufen, die Neuverschuldungen der Staaten erheblich steigen.

Dies alles führte dazu, dass die Anleihekurse in den vergangenen Wochen kräftig anzogen und die Anleiherenditen dementsprechend kräftig zusammenschmolzen. Rentierten beispielsweise 2-jährige US-Staatsanleihen 2018 noch bei knapp 3 Prozent, so ist die Rendite inzwischen auf 0,16 Prozent gesunken. Gold wirft keinerlei Zinserträge ab und hatte in der Vergangenheit stets einen gewaltigen Nachteil gegenüber festverzinslichen Papieren. Doch dieser Nachteil hat sich beinahe in Luft aufgelöst. Gerade für Großinvestoren wird das zinslose Gold daher eine immer lukrativere Anlage-Alternative. Dieses Szenario spiegelt der Markt derzeit. Gold gilt seit Hunderten von Jahren als wertstabil und als "Sicherer Hafen". Und diesem Nimbus dürfte Gold auch in den kommenden Monaten wenn nicht sogar Jahren gerecht werden.

Einige Analysten können sich vorstellen, dass Gold sein Rekordhoch aus dem Jahr 2011 bei 1.920 Dollar noch in diesem Jahr attackieren wird.

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